... das wollte ich in unserem Urlaub in Andalusien. Allerdings dachte ich dabei weniger an eine Stierkampfarena, als vielmehr an einen gemütlichen Liegestuhl unter Palmen. Mein persönlicher "Stier" war nämlich ein Strickprojekt, besser gesagt ein absolut sommerliches Jäckchen, das ich seit eineinhalb Monaten auf den Nadeln hatte und das irgendwie überhaupt nicht wachsen wollte, weil sich der Laceteil so lang zog wie Kaugummi.
Mitte Juni nahm ich an einem Strickworkshop zum Thema "Top-Down-Stricken" bei Vera Sanon teil, das ist eine Strickdesignerin aus Hollywood. Diese trug an diesem Tag ein wunderschönes luftiges Jäckchen aus Leinen in das ich mich sofort verliebte. Also kaufte ich mir die Anleitung, besorgte mir ein bei WOLLEN BERLIN ein Leinengarn und legte los. Das Jäckchen wird von unten nach oben gestrickt und zwar nahtlos.
Das heißt für mich, dass ich über 230 M anschlagen musste und dann begann sofort das Lacemuster. Es wurde empfohlen, nach jedem Mustersatz, also nach 8 Maschen, einen Maschenmarkierer zu setzen, damit man nicht durcheinanderkäme. Aber irgendwie kam ich nur fürchterlich langsam voran. Ich klebte am Muster und es dauerte immerhin 5 Mustersätze bis ich die Logik des Musters einigermaßen verstand. Dann beschloss ich, alle Markierer zu entfernen und einfach die letzten Mustersätze ohne Markierer hochzustricken - und siehe da, es ging wunderbar. Ich konnte mein Jäckchen innerhalb weniger Tage hochstricken und schon mal anprobieren.
Jetzt fehlten also nur noch die Ärmel und der Feinschliff. Aber wir hatten ja noch zwei Tage Urlaub und da konnte ich noch etwas kampfstricken. Am allerletzten Abend waren dann auch die Ärmel fertig.
Wenn wir wieder daheim sind, brauche ich noch passende Knöpfe und schönes sommerlichen Wetter, damit ich das Teilchen auch tragen kann. Ach natürlich muss ich auch die Fäden noch vernähen.
Bis bald!
Anja


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